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Frank Aumüller: Fotografie

21.09.2014 - 02.11.2014 in der Kleinen Galerie

 

  • 1960 geboren in Stuttgart
  • 1982–1989 Studium der Kunsterziehung an der Kunstakademie Stuttgart Fachklasse Malerei bei Prof. K. R. H. Sonderborg
  • 1985 Auslandssemester in New York, tätig als Assistent von Peter Hutchinson
  • 1989-1991 Aufbaustudium der Malerei an der Kunstakademie Stuttgart, Fachklasse Malerei bei Prof. P. U. Dreyer
  • 1993 Stipendiat der Kunststiftung Baden - Württemberg
  • 1995 Microsoft Kunstpreis
  • 1995 Kunstpreis der Diözese Rottenburg-Stuttgart
  • 1996 Stipendium – Cité Internationale des Arts, Paris
  • 1999-2013 Lehrauftrag an der Filmakademie Baden-Württemberg, im Fachbereich Szenographie
  • 2001 Atelierstipendium Berlin, der Kunststiftung Baden-Württemberg
  • 2002 Lehrauftrag an der Ernst Moritz Arndt Universität Greifswald, am Caspar-David-Friedrich-Institut für Kunstwissenschaften
  • 2004 Kunstpreis der Diözese Rottenburg-Stuttgart

Moderne Gesellschaften lassen deutlich werden, dass Individualität und Identität künstlichen Charakter haben. Virtuelles, egal ob zufällig oder beabsichtigt, tritt an die Stelle von Vitalität und Natur. Vielleicht war das schon immer so. Gesichter verändern sich; sie werden geformt, entworfen, verwandelt zu individuell oder gesellschaftlich bevorzugten Bildern, sei es durch Kosmetik, durch chirurgisches oder mediales Facelifting. Aber auch die Erzeugung und Wiederaufbereitung von Individualität, Identität, sogar Geschlecht selbst ist heute zunehmend Gegenstand von Erfindung, Konstruktion und Produktion: medizinischer wie mentaler, politischer ebenso, wie kultureller. Gentechnik, ideologische und soziale Technologien ermöglichen Serienproduktionen wuchernder Spielarten von Gleichartigem, Ähnlichem, Anderem: Kopien, Clone, Patchworks.

Frank Aumüller irritieret mit einer Serie bohrender Foto-Puzzles, indem er Gesichter, analog fotografiert und gestanzt, ausbeutet und neu zusammensetzt, indem er Teile und Stücke verschiedener menschlicher Arten, Rassen, Geschlechter transplantiert und implantiert, durch Erzeugung von Gesichtszügen aus Kopien von Kopien, synthetisiert der Künstler eine Kette von Mutanten, faszinierende Portraits und schockierender Fratzen, und protestiert auf diese Weise gegen Purismus und Gleichmacherei zugleich.

Dr. Michael Kessler zu C.I.A