A- A A+
Zur Tourismus-Seite

Das Schloss Waldsee

Ein Bild, das uns von 1550 überliefert ist, zeigt ein stark befestigtes Wasserschloss. In der Waldseer Chronik ist zu lesen, dass der österreichische Herzog Leopold 1386 die Stadt Waldsee "und die Burg dabei in dem Ried" dem Truchsessen Hans von Waldburg zum Leibgeding gab. 300 Jahre lang wurde Waldsee von hier aus als Pfandschaft verwaltet. 300 Jahre kämpften die Waldseer darum, aus diesem Regiment entlassen zu werden: Sie drangen mit Fackeln in den Schlosshof ein, auch von Pfeil und Bogen wird berichtet. Aber nach jedem Aufstand wurden die Zügel, die Stadt und Schloss verbanden, noch fester angespannt.

In diesem Schloss wurde 1488 Georg III. von Waldburg, genannt der Bauernjörg, geboren. Von hier aus ist er zu seinen erfolgreichen Kriegszügen aufgebrochen. Und als sich Tausende von süddeutschen Bauern verbündeten, um "von Diensten, Gült und Leibeigenschaft, womit sie beschwert seien, sich frei zu machen und das Evangelium wieder aufzurichten", gelang es dem Bauernjörg, diesen Aufstand niederzuschlagen.

Das Schloss lag außerhalb der Stadtmauer. In der wehrhaften Mauer gab es eigens ein kleines Tor, das durch eine Brücke mit dem Schloss verbunden war. In angespannten Zeiten ist es vorgekommen, dass die Waldseer diese Pforte zumauerten. Sie bekamen dann den Befehl, "das vermauerte Thorthürlein" wieder aufzumachen. Der dazu gehörende Schlosssee hat etwas von einem wilden Zauber an sich. Er ist fast sechs Hektar groß und bis sechs Meter tief. Im Winter entfaltet er als Eislaufsee eine märchenhafte Schönheit. Vom Park aus gelangt man nach Überquerung der Steinacher Straße auf einen Pfad mit Kreuzwegstationen. Dieser Stationenweg führt direkt zur Frauenbergkapelle.