Im Bild zu sehen sind die Teilnehmer des Treffens auf dem Gelände der Firma Hinder. Von links: Kurt Hinder, Marc Hinder, Regierungspräsident Klaus Tappeser, Bürgermeister Matthias Henne, die Erste Beigeordnete Monika Ludy, Kreisrat Roland Schmidinger, der Bundestagsabgeordnete Axel Müller und Reute-Gaisbeurens Ortsvorsteher Achim Strobel.
Text/Foto: Brigitte Göppel

Ein Thema während des Besuchs von Regierungspräsident Klaus Tappeser war der Aussiedlungswunsch der 1983 in Reute gegründeten Firma Hinder. Das Unternehmen möchte seit 15 Jahren aussiedeln, was allerdings aufgrund von verschiedenen Rechtsvorschriften nicht möglich ist. Deshalb begann der Besuch mit einem Vororttermin in Reute, damit sich alle vor Ort ein Bild machen konnten. Mit dabei waren Bürgermeister Matthias Henne, die Erste Beigeordnete Monika Ludy, der Bundestagsabgeordnete Axel Müller, Reute-Gaisbeurens Ortsvorsteher Achim Strobel, Kreisrat Roland Schmidinger sowie Marc und Kurt Hinder.

Die Firma Hinder wolle mit ihrem Bau- und Abbruchunternehmen aussiedeln, weil sich Anwohner aufgrund der Emissionen (Lärm, Staub und Erschütterungen) immer wieder beschwerten und der Betrieb zudem dringend mehr Fläche benötige, sagte Marc Hinder. Eine Standortortverlagerung würde für die angrenzenden Nachbarn sowie für die Firma selbst eine enorme Verbesserung bedeuten. In den vergangenen 15 Jahren hatte das Unternehmen trotz der Unterstützung durch die Stadtverwaltung kein geeignetes Grundstück finden können, da es auf der gesamten Gemarkung Bad Waldsee nur Gewerbegebiete und kein Industriegebiet gibt. Aufgrund der Emissionen wäre ein Umzug ausschließlich in ein Industriegebiet möglich. Dort sollen besonders störende Betriebe, die aus Lärmschutzgründen in einem Gewerbegebiet nicht zulässig sind, angesiedelt werden. Der Idee einer Aussiedlung an den Spätenhof konnte das Regierungspräsidium Tübingen aufgrund der derzeitigen Rechtslage nicht zustimmen. Hier spreche das im Landesentwicklungsplan vorgesehene „Anbindegebot“ entgegen, erklärte Regierungspräsident Klaus Tappeser.

Demnach sind neue Siedlungsflächen möglichst in Anbindung an geeignete Siedlungseinheiten auszuweisen, um übermäßige Zersiedelung zu vermeiden.

Deshalb musste auch das vor mehreren Jahren bereits von der Stadt eingeleitete Bebauungsplanverfahren wieder eingestellt werden. „Das Anbindegebot ist für eine Firma wie diese eine schwierige und komplexe Angelegenheit“, meinte Klaus Tappeser. Da derzeit der Regionalplan fortgeschrieben werde, könne das Problem gegebenenfalls dort mit einfließen. Vielleicht wäre eine interkommunale Lösung eine Möglichkeit, sagte Tappeser.

In einem konstruktiven Austausch, bei dem intensiv nach Lösungsmöglichkeiten gesucht wurde, kamen mehrere Ideen zur Sprache, denen die Stadtverwaltung rasch nachgehen wird. Außerdem sollen alle schwierigen Sachverhalte, Ideen und Lösungsansätze nochmals intensiv aufgearbeitet werden. „Uns liegt wirklich viel daran, hier eine gute Lösung zu finden – zum Wohle der Anlieger und zum Wohle der Firma“, erklärten Bürgermeister Matthias Henne und die Erste Beigeordnete, Monika Ludy.

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