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Neue, schwere Belastungen

1703 musste die verschuldete Stadt ihr kostbarstes Gut, den See samt Fischereirecht, an das Augustinerchorherrnstift verkaufen. Ohnehin war das Verhältnis der armen Stadt zum reichen Kloster vorwiegend gespannt. Schon 1471 hatten die Waldseer versucht sich aus dem Schlepptau des Klosters zu lösen. Sie wollten eine eigene Pfarrkirche haben und begannen mit dem Bau der Frauenbergkapelle. Aber noch ehe die Kirche fertig war, erklärten Propst und Truchsess die Kapelle zur Filiale der Stiftskirche.

Der Priester musste dem Propst untergeben sein. Ohne dessen Zustimmung durften keine Sakramente gespendet werden. Das Kirchenopfer sollte dem Stift zufallen. Trotz dieser demütigenden Einschränkungen wurde die Frauenbergkapelle für die Waldseer zur bevorzugten Kirche. Als sich das Kloster 1788 auflöste, wurden die großen Ländereien an die Waldburger verkauft. Die Waldseer konnten nur die Gebäude des Stifts erwerben.