A- A A+
Zur Tourismus-Seite

Das frühere Franziskanerkloster

1650 entstand der Hufeisenbau auf der Hochstatt bei der 200jährigen Kapelle zur Himmelspforte, die nach ihrem Erbauer Krettlinskirchlein genannt wurde. Bis 1806, als Waldsee württembergisch wurde, diente das Haus den Franziskanern als Kloster. Die Mönche waren arm, so dass sich die Stadt entschloss, ein Messgewand zu stiften. Die Ratsherren machten zur Bedingung, dass das Stadtwappen in den Ornat eingestickt werde. So trugen die Mönche bei ihrem frommen Dienst Schild, Fisch und Kornschaufel auf dem Rücken. Die Waldseer wollten ihr Franziskanerkloster um jeden Preis erhalten.

Aber die Bittschriften an den König blieben unbeantwortet. Der Chronist berichtet: "Bei der Auflösung dieses Klosters ging es sehr flüchtig und destruktiv her. Bücher und Kirchengeräte lagen wie Heu und Stroh umher, alles war nahezu förmlich Preis gegeben." Aus der Kirche wurde zunächst eine Fruchtschütte, 1855 zog das Oberamt (Landratsamt) in das Kloster ein. Auch heute ist es noch Sitz des Polizeipostens, obwohl das Landratsamt 1938 aufgelöst wurde.