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E-Mobilität

Stichwort Elektro-Mobilität – wo stehen wir?

Für unsere Mobilität setzen wir heute fast 40% der Primärenergie ein und verursachen damit über ein Drittel aller Emissionen. Feinstaubalarm gehört mittlerweile fast wöchentlich zu den Meldungen aus der Landeshauptstadt und landauf landab müssen immer mehr Lärmschutzmaßnahmen umgesetzt werden, um der Belastung durch den Autoverkehr zu begegnen.

Elektromobilität ist in vielen Bereichen auf dem Vormarsch. Mit Strom aus regenerativen Energien betrieben, leisten die E-Fahrzeuge einen aktiven Beitrag zum Umweltschutz und zur Energiewende. Geräuscharm, emissionsfrei und klimaschonend tragen Sie zur Entlastung des innerstädtischen Verkehrs und der Verbesserung der Aufenthaltsqualität in den Städten bei.

Pedelecs / E-Bikes

Elektromobilität auf zwei Rädern hat sich in den letzten vier Jahren bei allen Altersschichten zu einer echten Alternative zum PKW entwickelt. Kein Wunder, denn mit den heutigen Pedelecs (umgangssprachlich E-Bikes) sind gerade Kurzstrecken bequem und umweltfreundlich zu bewältigen. Gerade in unserer hügeligen Landschaft ist die Unterstützung des Elektromotors hilfreich und ermutigt immer öfters, das Auto stehen zu lassen.

Ohne Führerschein und ohne Versicherungskennzeichen sind die flotten Zweiräder in vielen Bereichen einsetzbar und unterstützen den Fahrer bis zu 25 km/h und einer Reichweite von bis zu 100 Kilometern mit akkubetriebenem Elektroantrieb.

Die Fahrradhersteller tun Ihr übriges dazu und bringen laufend neue Modelle auf den Markt, die auch jüngere Käuferschichten und selbst sportlich ambitionierte Radfahrer ansprechen.

Elektroautos

Ob vollelektrisch oder mit Hybridantrieb ausgestattet, E-Autos gehören immer mehr zum Alltag und begeistern nicht nur ihre Fahrer durch kraftvollen Antritt bei fast völlig fehlendem Fahrgeräusch. Auch der Umweltbonus (Kaufprämie) von 4.000 Euro bei Kauf eines Elektroautos überlegen sich Ein bloßer Tausch eines Dieselfahrzeugs durch ein Elektroauto hilft jedoch nicht gegen überfüllte Straßen und Parkraumnot in der Innenstadt. Immer häufiger werden Elektroautos deswegen im Carsharing-Betrieb oder als wichtiger Baustein intelligenter Mobilitätskonzepte eingesetzt, die wie beim Energiesparen einfach zunächst versuchen, Verkehr zu vermeiden.

Die (noch) zu kurze Reichweite wird gern als Argument gegen die Elektromobilität in den Ring geworfen. Seriöse 120-150 Kilometer sind jedoch heute schon selbst bei kleinen und erschwinglichen Elektroautos mit einer Akkuladung möglich, auch im Winter! Vor dem Hintergrund, dass über 85% aller Fahrten kürzer sind als 40 Kilometer, 50% sogar kürzer als 5 Kilometer und der Tatsache, dass ein durchschnittlicher PKW 23 Stunden am Tag steht, ist dieses Argument schon heute nicht mehr stichhaltig. Dazu kommt, dass die Fahrzeugindustrie aufgrund der schon 2020 in Kraft tretenden EU-Flottenvorgabe (im Schnitt 95 Gramm CO2 pro km) den Anteil von emissionsfreien Autos in ihrem Angebotsportfolio deutlich erhöht haben und ständig neue Modelle mit größerer Reichweite ankündigen.

Einige Länder Europas haben außerdem angekündigt, Neuzulassungen für Verbrennungsmotoren spätestens ab 2025 gesetzlich zu verbieten. Das wird zusammen mit den Privilegien, die Fahrern von E-Autos im Elektromobilitätsgesetz eingeräumt werden (kostenloses Parken, 10 Jahre Steuerbefreiung…) schon deutlich früher erheblichen Einfluss auf die Kaufentscheidungen haben, auch im Hinblick auf den Wiederverkaufswert.

Ladeinfrastruktur

Private Elektro-Autobesitzer werden zu 90% über Nacht zuhause oder tagsüber beim Arbeitgeber laden. Oftmals kann das sogar mit Strom aus der eigenen Solaranlage geschehen. In all diesen Fällen ist es unerheblich, wenn ein Akku erst nach sechs oder acht Stunden wieder komplett geladen ist.

Öffentliche Ladesäulen tragen darüber hinaus zur „Reichweiten-Verlängerung“ bei, ermöglichen das Nachladen unterwegs oder beim Einkaufen. Der Aufbau dieser Ladeinfrastruktur wird durch das jüngste Förderprogramm des Bundesverkehrsministeriums massiv gefördert. Die NPE (Nationale Plattform Elektromobilität) schätzt den Bedarf bundesweit auf 70.000 Ladepunkte und zusätzliche 2100 Schnellladesäulen im öffentlichen Bereich bis 2020.

Die Befürchtung, dass die Strom-Netzkapazitäten nicht ausreichend sein werden, wenn tatsächlich jedes zehnte Auto mit Strom anstelle von Erdöl betrieben wird, teilen übrigens die Netzbetreiber nicht, sondern verweisen darauf, dass dadurch zwar mehr Strom, aber nicht gleichzeitig benötigt wird. Aus Netzsicht haben die Elektroautos im Gegenteil einen entscheidenden Vorteil: Sie können die Energie speichern und so als rollende Speicher eine wichtige Rolle zur Zwischenpufferung von regenerativen Energien einnehmen. Dazu auch noch eine Zahl:  Ein stationärer Pufferspeicher im Einfamilienhaus hat typischerweise eine Kapazität von maximal 10 KW. In Elektroautos fahren heute schon Akkus mit einer Kapazität von 36 KW in Kleineren bis zu 85 KW beim Spitzenmodell von Tesla durch die Lande – tendenziell stark steigend.