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Energieexkursion 2014

Ein energiereiches und strammes Programm hatte das Bad Waldseer Energieteam bei einer Exkursion am 17. Oktober zu absolvieren. Stationen waren das Isnyer Rathaus, die Gemeinschafts-Biogasanlage Isny, die Hackschnitzel-Energiezentrale Isny sowie das Energie- und Umwelttechnik Unternehmen SIMAKA in Argenbühl.

Der Isnyer Bürgermeister Rainer Magenreuter empfing die Waldseer im Sitzungssaal des Rathauses. Hellen Maus von der Stadtverwaltung informierte über die „Freie Energiestadt Isny“ sowie die verschiedensten Aktivitäten im Energiebereich. Isny und Bad Waldsee nehmen beide am European Energy Award (eea) teil und wurden mit nahezu gleichem Punktestand im Juni zertifiziert. Gleiche Punktezahl heißt aber nicht, dass beide Städte in allen sechs Handlungsfeldern gleich stark sind. Jede Stadt hat ihre eigenen Vorzeige-Projekte.

Eine große Stärke der Isnyer ist das private Engagement im Energiesektor. So sind – mit Unterstützung der Stadt – eine Energiegenossenschaft sowie weitere Vereine und Organisationen entstanden, die den Ausbau erneuerbarer Energien voranbringen.

Isny ist auch im Bereich der Mobilität vorbildlich, dazu gehört die Mobilitäts-Zentrale.

Jüngstes „Kind“ der Verwaltung ist der Bürgerbus, ein rollstuhlgerecht umgebauter Sprinter mit 13 Sitzplätzen, der einmal in der Woche, am Markttag, von 8.00 bis 17.00 Uhr in der Innenstadt im Einsatz ist. Das Projekt ist versuchsweise für ein Jahr angelegt.

Erfolgreich angelaufen ist auch die Kooperation mit den Waldburg-Zeil-Kliniken und dem Job-Ticket. 30 Mitarbeiter nutzen dieses bereits. Ebenfalls ein Erfolgsmodell ist der Isnyer Energiesparpreis. Hier wurden und werden Schüler zu Energieberatern ausgebildet, die Energieberatungen in Privathäusern anbieten.

Einladung zum Gegenbesuch

Bad Waldsees Energieteam-Leiter Thomas Manz bedankte sich für die Einblicke in die Energiearbeit der Isnyer und lobte das große Engagement der Vereine, der Organisationen und der Verwaltung. Herzlich lud er das Isnyer Energieteam zum Gegenbesuch ein.

15.300 Tonnen CO2 gespart

Im Anschluss folgte eine Besichtigung der Gemeinschafts-Biogasanlage. Rund 15.300 Tonnen CO2 können damit pro Jahr eingespart werden. Die Anlage wurde im Jahr 2006 durch die Initiative von fünf Landwirten und einem Lohnunternehmer sowie der Naturenergie Isny GmbH in Betrieb genommen. Die Stromerzeugung beträgt im Jahr 18 Millionen Kilowattstunden und die Wärmeerzeugung 15 Millionen Kilowattstunden (entspricht dem Bedarf von 1,5 Millionen Litern Heizöl), das sind rund 24 Prozent des Isny Gesamtstroms und 7,2 Prozent des Wärmebedarfs. Heute „füttern“ mehrere Lieferanten aus der Umgebung die Biogasanlage mit Gülle (36 Prozent), Maissilage (30 Prozent), Grassilage (24 Prozent) sowie mit Landschaftspflegeholz (zehn Prozent). Die Anlage hat einen Wirkungsgrad von 88 Prozent. Um diesen zu erreichen, wird das Biogas zu vier Satelliten-Blockheizkraftwerken (BHKW) bei den Wärmeabnehmern (Waldburg-Zeil-Kliniken und Evangelische Heimstiftung) geschickt und erst in den dortigen Blockheizkraftwerken in Strom und Wärme umgewandelt. Die überschüssige Wärme im Sommer wird zur Trocknung von Hackschnitzeln verwendet. Mitinitiator Franz Biesinger führte durch die Anlage.

Nahwärme-Projekt Isny

Wie aus der Frage nach einer neuen Heizung für die Schulgebäude ein Hackschnitzel-Nahwärme-Projekt in der Kernstadt entstand, darüber berichteten Hellen Maus von der Stadt Isny sowie Klaus Schwarz, Geschäftsführer von Bio-Energie-Isny. Mittlerweile hat sich eine Energiegenossenschaft mit 230 Mitgliedern gebildet, die an der Bio-Energie-Isny GmbH beteiligt ist. In der Hackschnitzel-Heizzentrale, direkt neben dem Schulbereich, wird die Wärme produziert. Mittlerweile sind neben dem Schulareal auch alle öffentlichen Gebäude sowie zahlreiche private Gebäude in der Kernstadt angeschlossen. Dafür wurde ein Nahwärmenetz in der Innenstadt aufgebaut. Die Hackschnitzel stammen übrigens aus dem städtischen Wald.

Firmenbesuch

Um die Entwicklung und Herstellung von hocheffizienten Wärmepumpen und Erdwärmesystemen drehte sich alles bei Besuch der Firma SIMAKA in Argenbühl. Geschäftsführer Karsten Uitz stellte das Unternehmen vor und führte durch den Produktionsbereich. Besonders stark ist die Firma in der Optimierung und Nutzung von bis dato ungenutzter Abwärme im produzierenden Gewerbe. „Teilweise ist es uns gelungen den Energieverbrauch einzelner Produktionsprozesse um rund 80 Prozent zu reduzieren“, erklärte Karsten Uitz. Energiekostenoptimierung sei für viele Unternehmen ein wichtiger Wettbewerbsfaktor. Die Energieteam-Mitglieder waren besonders von den zusätzlichen Möglichkeiten und der Technik der Abwärmenutzung beeindruckt.

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