A- A A+
Zur Tourismus-Seite

Die Friedhofskapelle

Sie wurde 1696 erbaut und dem heiligen Michael geweiht. Sie hat das Glück, im Schutze einer der schönsten Akazien zu stehen. Der Baum wird auf 150 Jahre geschätzt. Schon zweimal sollte er dem Fortschritt geopfert werden, aber die Waldseer kämpften so leidenschaftlich um ihre Akazie, dass sie heute fester steht denn je. Die Kapelle wirkt durch den dreiseitigen Chor sehr anmutig. Sie ist auch innen sehenswert. Die Plastiken zeugen vom Können des Waldseer Bildhauers Johann Georg Reusch (1730).

Der Friedhof wurde 1628 angelegt, als in Waldsee die Pest wütete. Der alte Friedhof, der um die Stiftskirche herum lag, reichte damals nicht mehr aus. Der Chronist berichtet, dass 1893 neben der Kirche so viele Schädel und Knochen zum Vorschein kamen, dass 120 zweispännige Wagenfuhren notwendig waren, um die Überführung zum neuen Friedhof zu schaffen. 40 Jahre lang (bis 1828) wurde die südöstliche Ecke des Friedhofs von einem Einsiedler bewohnt. Alle hatten den frommen Bruder Anton gern. Er lebte von den Früchten seines Gartens, den er sich in der Friedhofecke angelegt hatte.