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926 - Erste Erwähnung im Weißenburger Codex

Das älteste Dokument, das über Waldsee berichtet, der Weißenburger Codex, nennt das Jahr 926. Damals zerstörten die Ungarn auf ihrem Raubzug durch Süddeutschland viele Orte. In der Urkunde heißt es: In Walahsé ist eine königliche Niederlassung von den Heiden zerstört worden. Zu ihr gehören zwei Huben Ackerland, 60 Karren Wiesenheu, eine Mühle und eine Kirche. Die Könige des frühen Mittelalters hatten die größte Mühe, das künstliche Gebilde des Reiches gegen die Macht der einzelnen Stämme zusammen zu halten. Sie mussten immer im Reich umherziehen, um ihren Einfluss geltend zu machen. Manche wurden Wanderkönige genannt, da sie ständig unterwegs waren.

Walahsé

In jener Zeit entstanden an günstig gelegenen Punkten des Reiches Niederlassungen. Günstig gelegen war Walahsé, weil die Römer eine Straße vom Bodensee zur Donau auf der Landenge zwischen den beiden Seen hindurch gebaut hatten. Dass zu einer Niederlassung eine Kirche gehörte, war durchaus üblich, denn die Verankerung der fränkischen Herrschaft ging mit der Ausbreitung des Christentums Hand in Hand. Die Urkunde zeigt, daß der Name Waldsee nicht auf Wald und See zurückzuführen ist, sondern auf das althochdeutsche "walh", in dem wir das Wort "welsch" (fremd) noch erkennen. Die Walchen waren der keltische Stamm, der Süddeutschland bewohnte. Mit ziemlicher Sicherheit ist der Name Walahsé im 4. Jahrhundert entstanden, als die aus dem Norden vordringenden Alemannen das Land eroberten. Das Gut samt Kirche wurde nach dem Ungarneinfall wieder aufgebaut. Im Schutze des Guts schloss sich eine Gemeinschaft von Priestern zusammen. Aus ihnen erwuchs das Kloster der Augustinerchorherren.

Aus den Dienstmannen, die das Königsgut verwalteten, ging im Laufe der Zeit der Ortsadel hervor. Zum ersten Mal spricht Heinrich der Löwe 1171 von Gebehardus und Chunradus de Walchsé. Sie hatten die Burg auf der Burghalde und später auch die Burg Neuwaldsee über dem Urbachtal inne. Ihnen zahlten die Bewohner von Waldsee als Hörige und Leibeigene Abgaben und Zinsen.