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Jürgen Elsner - Das Ölwunder

 

02.07. bis 10.09.2017 in der Kleinen Galerie

Olivenöl ist für Jürgen Elsner ein energetisch und spirituell aufgeladenes Material – vollgespeicherter Wärme, Licht- und Heilkraft, neben dem Gold die irdische Essenz des(Sonnen-) Lichts schlechthin. Olivenöl ist Jürgen Elsner daher kostbar und heilig. Mit der zeitgemäßen Formensprache des Minimalismus und der neuen Materialqualität eines spirituellen Naturalismus schafft Jürgen Elsner ebenso klare, wie symbolisch starke, religiöse Kontemplationsräume, in denen Frömmigkeit und Spiritualität ohne jede theologische Doktrin Ausdruck finden. Rekurrierend auf Elementarformen der Schöpfung, auf Kreuz und Quadrat und ihrer hohen Bedeutung, in Verbindung mit den Basisstoffen menschlicher Kultivierung (Olivenöl) gibt er der Sehnsucht nach Licht und Läuterung ebenso schlicht wie hoheitsvoll Ausdruck. Elsner verwebt diese vielfältigen Sinnbezüge zu einer sprechenden Heilsbotschaft. Indem er mit dem Olivenöl einen aus der Natur gewonnenen Stoff und energetischen Kraftspeicher verwendet, appelliert der Künstler daran, dass nur in der Rückkehr zu den Kräften der Natur der Bezug zum Kreuz, zur Schöpfung und zu Gott wiedergefunden werden kann. Mit seinen Installationen gibt Jürgen Elsner dem Staunen einen Ort. Hier mischen sich kirchliche Liturgie und Spiegelsaal, Raum für aktuelle Kunst und mönchisches Leben.

Dass Licht eine Farbe hat steht für Jürgen Elsner außer Frage. Licht ist gelb. Dass Licht
eine Stofflichkeit besitzt, ebenso. Es kommt aus der Natur und ist aus Olivenöl. Schon
geringe Mengen erzeugen ein Leuchten. Diesem Strahlen öffnet Jürgen Elsner einen Raum.
Er bündelt es in Röhren aus Acrylglas, stellt es auf die Erde, verteilt es hinter Gläsern
und auf Tischen und bringt es in eine zeitgemäße Ordnung. Selbst in größeren Mengen
behütet es seine Kostbarkeit. Seine Sättigung macht etwas vorstellbar, das älter und
klarer ist als unsere Gegenwart.
Mit seinen Installationen gibt der Künstler dem Staunen einen Ort. Hier mischen sich
kirchliche Liturgie und Spiegelsaal, Raum für aktuelle Kunst und mönchisches Leben.

Dr. Uwe Degreif