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Sabine Christmann - Malerei

08.07.2018 - 09.09.2018 in der Kleinen Galerie

 

Bei gegenständlichen Bildern erscheint das Dargestellte oft so selbstverständlich, die Dinge wirken so real, dass man fast vergisst, dass es keine objektive Darstellung gibt. Gerade die Unmöglichkeit einer objektiven Darstellung von Realität ist es aber, was mich an der gegenständlichen Malerei interessiert.

Die Realität gelangt nämlich immer über die Augen und die Hand des  Malers auf die Leinwand. Dabei fließen die Erfahrungen und die Befindlichkeit des Malers ein, auch wenn er sich um eine objektive Wiedergabe bemüht. Jeder Maler hat , je nach seinem Erfahrungshintergrund eine andere Sicht auf die Welt, ja selbst ein und derselbe Maler hat an verschiedenen Tagen eine unterschiedliche Wahrnehmung des Sichtbaren, je nachdem welche Erfahrungen ihn inzwischen geprägt haben.

Diese Tatsache fasziniert mich. Sie bedeutet, dass man bei einer Malerei, die sich in der Auseinandersetzung mit der Realität entwickelt, einerseits etwas über die sichtbare Welt erfährt, da man sie malend neu entdeckt, dabei andererseits aber auch seine eigene Wahrnehmung beobachten kann, die sich ständig verändert.

Im Zentrum meiner Arbeit steht also die Malerei, und zwar einmal als das Farbgefüge selbst in seiner Eigenständigkeit, auch wenn es bei mir an die Gegenständlichkeit gebunden ist; zum anderen als Träger des Subjektiven, das beim Malprozess unwillkürlich einfließt.

Wie gehe ich nun vor? Will ich beim Malprozess auch etwas entdecken, so kann das Endergebnis nicht feststehen. Natürlich gibt es einen gewissen Rahmen durch die Auswahl und Anordnung der Gegenstände auf den Tisch in meinem Atelier, bei der ich die Komposition nach Farbstimmung und der Verteilung von Schwerpunkten im Bild vorauszudenken versuche. Innerhalb dieses Rahmens gibt es unendlich viele Freiheiten im einzelnen, die dem Unbewussten, und auch der Entfaltung der Malerei Raum lassen.