Project Description

Manfred Erne, Geschäftsführer der Stadtwerke, während seines Referats im Haus am Stadtsee.

2020 | Nahwärme in Bad Waldsee – Experten informierten zum aktuellen Stand

Nachdem kürzlich der erste Spatenstich für die Tiefbauarbeiten zum Ausbau des Nachwärmenetzes gefeiert wurde, beginnen im September die Arbeiten in der Innenstadt. Wie, wo und wann diese stattfinden, was ein Anschluss an das Nahwärmenetz kostet, welche weiteren Maßnahmen  kombiniert werden, darüber haben Experten am vergangenen Donnerstag im Haus am Stadtsee informiert. Eingeladen hatten die Stadtwerke Bad Waldsee. Mehrere Experten referierten nicht nur umfangreich und verständlich, sondern standen auch für Fragen zur Verfügung.

Die Begrüßung der rund 50 Gäste übernahm die Erste Beigeordnete, Monika Ludy. Das Nahwärmeprojekt sei eine Verflechtung mit den anderen großen und wichtigen Projekten, sagte sie, und nannte dabei unter anderem „Altstadt für Alle“, die Breitbandversorgung sowie in Teilen die Sanierung von Trinkwasseranschlüssen.

Den Impulsvortrag hielt der Geschäftsführer der unabhängigen Energieagentur Ravensburg, Walter Göppel. Er informierte über die aktuellen Gesetze, darunter das Klimaschutzgesetz und das Erneuerbare-Wärme-Gesetz. Dieses fordere bei einer Heizungssanierung einen Anteil von mindestens 15 Prozent an erneuerbaren Energien. Wer in Bad Waldsee an die Nahwärme anschließe, habe alle zukünftigen gesetzlichen Anforderungen bei energetischen Gebäudesanierungen und Neubauten erfüllt, sagte Göppel. Ab dem Jahr 2021 werde es eine CO2-Bepreisung für fossile Energiearten geben. Pro ausgestoßener Tonne werde eine Abgabe von 25 € fällig, die sukzessive auf 55 € bis 65 € verteuert werde. Wer zum Beispiel in einem größeren Altbau mit einem jährlichen Verbrauch von rund 40.000 Kilowattstunden (4000 Liter Heizöl) lebe, der stoße damit rund zwölf Tonnen CO2 aus, was eine Abgabe von rund 720 € nach sich ziehe. Ab dem Jahr 2026 sei zudem kein Einbau von Ölheizungen mehr möglich. „Sie haben hier in der Altstadt einen Sanierungsbedarf. Wer im Quartier besonders energieeffizient saniert, bekommt momentan bis zu 48.000 € Zuschuss pro Wohneinheit“, sagte der Experte. In Kooperation mit der Verbraucherzentrale biete die Energieagentur eine unabhängige Energieberatung für Bürger mit einem Gebäudecheck vor Ort an, die Schutzgebühr dafür betrage 30 € (im Nahwärmequartier kostenlos).

Über den Projektstatus und die weitere Vorgehensweise informierte der Geschäftsführer der Stadtwerke Bad Waldsee, Manfred Erne. Die Schaffung der Infrastruktur für das Vorhaben sei eine Gemeinschaftsleistung. Mit beteiligt seien neben den Stadtwerken auch der Wasserversorgungsverband Obere Schussentalgruppe und die Stadtverwaltung. Man bündele die Arbeiten des Nahwärmeprojekts mit jenen für die Breitbandversorgung (Glasfaseranschlüsse), für die Trinkwasserleitungen und für das Projekt „Altstadt für alle“ und arbeite eng zusammen. Um möglichst kurze Baustellenzeiten für die Anlieger zu haben, grenze man die Arbeiten auch räumlich ein und unterteile sie in Abschnitte. Dort wo das Mobilitätsband verlegt werde, werde zunächst ein provisorischer Belag eingebracht. Die betroffenen Anlieger werde man frühzeitig über die Bauabschnitte informieren. Die ersten Kunden könnten ab Mitte 2021 mit Nahwärme versorgt werden.

Anschließend erklärte Manfred Erne die Ziele der umweltfreundlichen Nahwärmeversorgung für Bad Waldsee. Durch das Projekt soll der CO2-Ausstoß im Stadtgebiet erheblich reduziert werden. Die Wärme werde im Heizkraftwerk in der Schützenstraße durch ein hocheffizientes Blockheizkraftwerk mit Wärmerückgewinnung, das mit Erdgas betrieben wird, gewonnen. Mit Hilfe von heißem Wasser werde sie über ein wärmegedämmtes, geschlossenes Rohrleitungssystem zu den Abnehmern transportiert. Als Energiequellen könnten in der Zukunft auch Solarthermie, Holzhackschnitzel, Thermalwasser oder ähnliches in Frage kommen, so Erne. Auf Betrieb mit Erdgas setze man momentan aus wirtschaftlichen Gründen.

Für Frühbucher koste ein Anschluss abzüglich des Frühbucherrabatts (2499 €) noch 5831 €, inklusive zehn Meter Leitung zum Haus. Mehrlängen würden pro Meter mit 357 € außen und 200 € innen berechnet, erklärte Erne weiter. Der Grundpreis betrage jährlich 36,62 € pro Kilowattstunde Wärmeleistung. Dies sei ein „Rundum-Sorglos-Paket“ inklusive Wartung.  Der Arbeitspreis (Verbrauchspreis) betrage 8,47 € pro Kilowattstunde.

Berthold Frech vom Wasserversorgungsverband Obere Schussentalgruppe informierte, dass im Zuge der Arbeiten für das Nahwärmenetz auch Wasserleitungen sowie Trinkwasserhausanschlüsse in der Hauptstraße erneuert werden sollen. Die Kosten für den Trinkwasserhausanschluss seien ab der Grundstücksgrenze vom Anschlussnehmer zu tragen. Bei einer gemeinsamen Einführung von Trinkwasser und Breitband würden sich die Kosten für die Wandeinführung halbieren, da die Stadt 50 Prozent für den Anteil Breitband übernehme.

Alexander Haudek vom städtischen Fachbereich Zentrale Dienste und IT informierte über den Aufbau der Breitbandinfrastruktur. „Wer an die Nahwärme anschließt, bekommt das Leerrohr für den Breitbandanschluss kostenlos“, sagte er.

Wolfgang Schuler von der IBS-Ingenieurgesellschaft ging auf die technische Umsetzung ein. Das Nahwärmenetz umfasse eine Trassenlänge von rund vier Kilometern. Der errechnete Jahreswärmebedarf liege bei rund 10.645 Megawattstunden, was einer Einsparung von 1800 Tonnen CO2 entspreche. Ab September werde in der Innenstadt mit zwei Kolonnen gearbeitet, damit die Arbeiten im Sommer 2021 abgeschlossen seien. Für das Frühjahr 2022 seien die Anschlussarbeiten Richtung Krankenhaus vorgesehen. Auch der Anschluss des Schulzentrums habe eine hohe Dringlichkeit. Weitere Informationen: www.stadtwerke-bad-waldsee.de

Bürgermeister Matthias Henne (Mitte), auch in seiner Funktion als Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke Bad Waldsee, der Geschäftsführer der Stadtwerke, Manfred Erne (links) und die Erste Beigeordnete, Monika Ludy beim symbolischen ersten Spatenstich für die Verlegung der Nahwärme- und Breitbandleitungen in der Innenstadt.

2020 | Glasfaser und Nahwärme in der Innenstadt: Bauarbeiten haben offiziell begonnen

Nachdem die neue Führungsspitze im Bad Waldseer Rathaus mit Bürgermeister Matthias Henne und der Ersten Beigeordneten Monika Ludy nun komplett besetzt ist, hat Bürgermeister Matthias Henne auch in seiner Funktion als Aufsichtsratsvorsitzender gemeinsam mit dem Geschäftsführer der Stadtwerke, Manfred Erne, zum symbolischen ersten Spatenstich für die Verlegung der Nahwärme- und Breitbandleitungen in der Innenstadt eingeladen. Im ersten Bauabschnitt, im Bereich Gartenstadt, haben die eigentlichen Arbeiten bereits begonnen. Davon berührt sind die Molitorstraße, die Alois-Lang-Straße und die Konstantin-Dausch-Straße. Die Arbeiten im ersten Abschnitt werden voraussichtlich Ende Juli abgeschlossen. Zeitgleich werden Lehrrohre für die Anbindung mit Glasfaser verlegt, um das schnelle Internet in unterversorgte Gebiete in der Stadt zu bringen und damit eine nachhaltige und zukunftsfähige Infrastruktur zu schaffen.

„Das sind wichtige Zukunftsthemen für unsere Stadt“, sagte Bürgermeister Matthias Henne unisono mit Monika Ludy und Manfred Erne. Der Spatenstich sei dafür ein wichtiges, sichtbares Zeichen. „Selbstständlich werden wir auch regelmäßig über die Teilbauabschnitte informieren“, versprach Manfred Erne. „Zudem ist eine Informationsveranstaltung geplant, sobald es wieder möglich ist.“

Die Ausschreibungsplanung des nächsten großen Bauabschnitts sei bereits im vollem Gange, berichtete Erne weiter. Der Bauabschnitt 2 umfasst einen weiteren Teil der Gartenstadt, die Innenstadt, die Hittisweiler Straße und das Schulareal auf dem Döchtbühl. Im September sollen die Arbeiten in der Innenstadt beginnen – in Abstimmung und im Zusammenspiel mit dem Projekt „Altstadt für Alle“. Der Baubeginn auf dem Döchtbühl ist ab Frühjahr/Sommer 2021 vorgesehen. Ende August dieses Jahres geht es los mit dem Rohbau der neuen Heizzentrale in der Schützenstraße. Insgesamt werden mehr als vier Kilometer Nahwärmeleitungen und Leerrohre für die Glasfasern verbaut.

2020 | Jetzt geht es los! Die Stadtwerke Bad Waldsee gehen in die Umsetzung des Nahwärmeprojektes

Die Stadtwerke errichten in der Innenstadt von Bad Waldsee eine Nahwärmeversorgung. Städtische Liegenschaften wie die Rehakliniken mit Thermalbad, das Spital, das Schulzentrum, das Rathaus, das Haus am Stadtsee und weitere Gebäude werden an die Nahwärmeversorgung anschließen.

Gleichzeitig können Ein- oder Mehrfamilienhäuser, Geschäftshäuser, Gewerbe und Industrie mit Nahwärme versorgt werden.

Bad Waldsee verfolgt mit seinem Energie- und Klimaschutzkonzept ehrgeizige Ziele. Die durch die Nahwärme erzielte CO2-Einsparung wird nach Umsetzung des Projektes bei über 1.800t pro Jahr liegen.

Nahwärme – wie geht das?

Die Nahwärme wird in der Heizzentrale Schützenstraße erzeugt und versorgt private, gewerbliche und städtische Gebäude von Bad Waldsee mit Wärme.

Die Wärme wird in Form von heißem Wasser über ein wärmegedämmtes, geschlossenes Rohleitungssystem – Nahwärmenetz – zu den einzelnen Abnehmer transportiert.

Geschäftsführer Manfred Erne gibt in diesem Video einen aktuellen Stand zum Projekt.

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