Project Description

Angebote für Ehrenamtliche, Interessierte und MSO

Workshops, Beratungsmöglichkeiten und Interkulturelle Öffnung

Die Stadt Bad Waldsee bietet in Kooperation mit dem Interkulturellen Ehrenamtsbüro Ravensburg („IKEHRA“) regelmäßige Workshops für Ehrenamtliche an.

Für die Veranstaltungen begrüßen wir Corinna Waffender. Sie ist Trainerin für Interkulturelle Kompetenzen und Heilpraktikerin für Psychotherapie.

Wir freuen uns mit dem Interkulturellen Ehrenamtsbüro auf Ihre Teilnahme und eine kurze Rückmeldung bei unserer Integrationsbeauftragten.

Hier finden Sie Informationen zu unseren letzten beiden Veranstaltungen:

Die Interkulturelle Öffnung eines Unternehmens/einer Organisation/eines Projekts hängt von vielen Umständen ab. Hierzu zählen Motivation, Zeit, Wissen, Geld und Personal. Es ist nicht immer einfach interkulturell offen zu sein. Dennoch trägt jeder Beitrag zu mehr Chancengleichheit bei. Auch kann die gelebte Vielfalt zu neuen Ideen und Innovationen verhelfen. Diese neun Praxistipps helfen Ihnen dabei, Inspiration zu finden, wie Sie Ihr Unternehmen, ihre Organisation oder ihr Projekt bunter machen. Auch wenn Sie nur einen Punkt erfüllen können, ist dies ein wertvoller Beitrag:

  • Analysieren Sie die Ressourcen Ihrer MitarbeiterInnen/TeilnehmerInnen.
    Über welches kulturelle Wissen verfügen die Beteiligten neben ihrem Fachwissen? Kann dieses genutzt werden, um neue Zielgruppen zu erreichen?
  • Treten Sie mehrsprachig auf.
    Ist bspw. Ihre Website auch auf Englisch aufzurufen? Wer spricht welche Sprachen?
    Idee: Auf Tür- und Namensschilder können kleine Flaggen zu den jeweils gesprochenen Sprachen gedruckt werden.
  • Beteiligen Sie Personen mit Migrationshintergrund.
    Sind Personen unterschiedlicher Herkunft angestellt/beteiligt? Wenn nein, warum nicht? Wie wären solche zu gewinnen?
  • Übergeben Sie eine Leitungsposition Menschen mit internationaler Herkunft.
    Verantwortung ist eine Form der Beteiligung: Übergeben Sie diese auch an Personen, die einen Migrationshintergrund haben.
  • Formulieren Sie Ihre offene Haltung schriftlich aus.
    Worin sehen Sie ihren individuellen Beitrag zur Interkulturellen Öffnung? Bennen Sie ihn.
    Beispiel: „Wir sind ein modernes Unternehmen, das sich für Vielfalt ausspricht. Wir haben Mitarbeiter/innen und Kund/innen unterschiedlicher Herkunft und profitieren dadurch sehr.“ „Mit unserem gemeinnützigen Projekt wollen wir alle Menschen, unabhängig ihrer Herkunft, erreichen.“
  • Sprechen Sie mit allen Beteiligten.
    Fragen, die Ihnen dabei helfen können: „Wie geht es Ihnen im Arbeitsalltag/im Projekt, etc.? Werden Personen benachteiligt? Wenn ja, warum? Können Sie konkrete Beispiele benennen?
    Achtung: Hier können sensible Themen auftreten. Manchmal fehlt auch der Mut, Schwierigkeiten offen zu benennen. Anonyme Fragebögen können hier unterstützen. Geäußerte Probleme sollten in jedem Fall ernstgenommen werden.
  • Beziehen Sie Position.
    Es wurde etwas Diskriminierendes gesagt? Dann sprechen Sie dies offen aus und erklären Sie, warum das ihrem Unternehmen/ihrer Organisation oder ihrem Projekt schadet.
    Wichtig: Oft führt Unwissenheit zu unbedachten Aussagen. Nicht immer steckt böse Absicht dahinter. Klären Sie in erster Linie auf und motivieren Sie zu einem Perspektivwechsel.
  • Organisieren Sie Veranstaltungen mit einem Buffet, das allen Beteiligten etwas bietet.
    Wissen Sie wirklich, wer was isst? Beugen Sie einfach vor. Kennzeichnen Sie beispielsweise Lebensmittel mit Schweinefleisch und Gelatine. Bieten Sie Alternativen wie ein vegetarisches Gericht an.
  • Lassen Sie sich von Expert/innen (mit Migrationshintergrund) schulen und beraten.
    Hatten Sie und alle anderen Beteiligten schon einmal ein Training für Interkulturelle Kompetenz? Bereits eine Schulung kann dabei helfen, zukünftig einen noch besseren Perspektivwechsel zu ermöglichen. Im Idealfall haben der/die Trainer/in selbst eine Migrationsgeschichte.

Migrantenselbstorganisationen („MSO“) sind von MigrantInnen / „Menschen mit Migrationshintergrund“ gegründete Gruppierungen, meist in Form von Vereinen. Sie dienen oftmals der Begegnung untereinander aber auch der interkulturellen Vermittlung (bspw. von Sprache, Bräuchen, etc.) nach außen. Im Fokus steht ein gemeinsames Interesse, das in der Gruppe gerne ausgeübt wird. Eine feste Definition gibt es jedoch nicht. MSO können sowohl nur aus Personen der gleichen Herkunft bestehen, als auch für andere Personengruppen offen sein.

Trotz der hohen Vereinsdichte in Bad Waldsee ist die Vereinslandschaft nicht durch MSO geprägt. Dies ist vermutlich auf den ländlichen Raum zurückzuführen. Größere Städte, in denen Menschen vieler Nationen leben, haben häufig mehrere MSO.

Unsere Integrationsbeauftragte Ophelia Gartze möchte den Dialog zwischen MSO und Verwaltung ermöglichen. Falls sich Bürger/innen zur Gründung einer solchen Gruppierung entschließen, können Sie bei Interesse gerne mit ihr Kontakt aufnehmen. Gemeinschaftlich können Strategien zum interkulturellen Dialog bestmöglich entwickelt und Angebote koordiniert werden.

Außerdem möchten wir an dieser Stelle auf „MEMO“, einem landesweiten Qualifizierungsprogramm für Migrantenorganisationen, verweisen. Dieses Angebot ist vom Forum der Kulturen Stuttgart e. V. und dem Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg. Weitere Informationen finden Sie unter diesem Link: https://www.forum-der-kulturen.de/angebote/memo/ (Stand 03.06.2020).

Gerne beraten wir Sie auch bei Projektideen, die sich an Geflüchtete, Neuzugewanderte oder andere migrantische Gruppen richten.
Bitte benutzen Sie hierfür folgendes Formular:

Formular für Ihre Angebote und Projektideen

Ansprechpartnerin

Ophelia Gartze
Integrationsbeauftragte

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