Project Description

Das Wurzacher Tor

Nach 1400, als die Stadtmauer erweitert wurde,entstand der Wurzacher Torturm. Der Ortskern von Waldsee war schon 1283 einfach ummauert. Die Erweiterung und der Bau der Tortürme fällt in die Zeit des Bürgermeisters Ulrich Kudrer. Da die Wurzacher Vorstadt mehrfach abbrannte, wurde der Torturm Gluthafentor genannt. Im Volksmund heißt er Hafendeckel. 1811 wurde mit dem Abbruch der Stadtmauer und 1832/33 mit dem der übrigen Tortürme begonnen. Heute würde man jeden Stein erhalten, aber damals war der Abbruch ein Akt der Befreiung. Die Stadt hungerte nach Licht und Raum, zu lange war sie in die Enge der hohen Mauern gepresst.

Waldsee war früher vorwiegend Ackerbürgerstadt mit Pferden, Kühen, Schweinen und den dazugehörenden Misthaufen. Kein Wunder, dass die Bürger nicht zögerten, die Mauer abzubrechen. Die Stadttore wurden von zuverlässigen, vereidigten Männern bewacht. Am Gluthafentor gab es zwei Torwarte. Sie hatten nicht nur auszuspähen, um Feinde und Feuergefahr zu melden, sie kassierten auch den Torzoll, das Pflastergeld und die Frachtgebühren für Getreide- und Salzwagen. Auch wer einen Jahrmarkt in Waldsee besuchen wollte, einen Pferde- oder Krämermarkt, mußte am Stadttor Maut entrichten.

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