Project Description

Fußball-Juniorinnen als Klimaschutzmanager ausgezeichnet

AD WALDSEE (bg) – Die allerersten Junior-Klimaschutzmanagerinnen in Sportvereinen, die FV-Fußballmädchen, sind am Mittwoch in ihrem Vereinsheim mit einer Urkunde ausgezeichnet worden.

„Ihr seid die ersten Junior- Klimaschutzmanagerinnen in Baden Württemberg, und darauf könnt ihr stolz sein“, lobte der Geschäftsführer der Energieagentur Ravensburg, Walter Göppel, die 15 Spielerinnen der Mannschaften A, B und C, die an der dreiteiligen Schulung zum Junior-Energieschutzmanager im Sportverein freiwillig teilgenommen haben.

Stromschlucker aufgespürt

Am Mittwoch präsentierten die Spielerinnen die Ergebnisse ihrer Hausaufgaben, dem praktischen Teil der Schulung. Dabei hatten sie zur Aufgabe bekommen, zuhause sowie im Vereinsheim alle Gerätschaften, die einen Stecker haben, mit einem Strommessgerät durchzuchecken und die Ergebnisse auf den Arbeitsblättern zu notieren. Untersucht wurden dabei die Leerlaufleistung in Kilowatt (kW), die durchschnittliche Leerlaufzeit am Tag, die durchschnittliche Leerlaufleistung im Jahr, der Energieverbrauch pro Jahr sowie die CO2-Belastung pro Jahr in Kilogramm – und das für jedes einzelne Gerät.

„Im Vereinsheim haben wir die Ballpumpe, das Telefon, den Bildschirm und den PC, die beiden TV-Geräte, den Empfänger und die Spielekonsole gemessen. Heraus kam dabei, dass diese Geräte durch Abschalten des Standby-Betriebs und einer Benutzeränderung Kosten in Höhe von rund 900 Euro einsparen können, erklärte Larissa Städele und fügte an: „Das ist richtig viel Geld für unseren Verein.“ Weiter wurden die Lampen der Flutlichtanlage getestet. Insgesamt sorgen hier zehn Masten mit jeweils 2200 Watt dafür, dass auch in der dunklen Jahreszeit sowie am Abend trainiert und Spiele ausgetragen werden können. „Eine Trainingseinheit mit 1,5 Stunden kostet uns fast neun Euro für das Flutlicht“, erklärte Trainer Harald Beyrle. Hier würden sich seiner Meinung nach LED-Lampen rechnen, denn diese würden nur etwa 10 bis 15 Prozent der bis jetzt benötigten Strommenge benötigen, ein helleres Licht produzieren und zudem etwa fünf Mal so lange halten wie die herkömmlichen. Diesem Thema werde er sich nun besonders widmen, um eine stromsparende Lösung zu finden. Walter Göppel konnte ihm nur beipflichten.

Die Energieagentur wird nun weitere Messungen vornehmen und Vorschläge ausarbeiten, falls dies gewünscht ist. Aber auch bei den Spielerinnen zuhause wurden die „Stromräuber“ enttarnt. Hier stellte Kerstin Halder ihre Ergebnisse vor. „Meine Familie und ich waren völlig überrascht, wie viele Geräte im Standby-Verbrauch angeschalten sind, die am Tag teilweise nur ein oder zwei Stunden gebraucht werden. Hier können wir locker im Jahr über 70 Euro sparen. Wir werden künftig alle bewusster mit Energie umgehen und auch unsere stillen Verbraucher konsequent abschalten“, verkündete Kerstin Halder.„Ich bin völlig begeistert, wie eifrig und sorgfältig ihr mitgemacht habt und den Stromfressern auf den Leib gerückt seid“, sagte Walter Göppel.

Schulung in drei Teilen

Die Schulung zum Junior- Energiemanager in Sportvereine beinhaltet drei Teile. Der erste Teil fand Ende November statt. Dabei wurden folgende Themen genauer beleuchtet: Klimawandel, Energieversorgung/Energieverbrauch und erneuerbare Energien. Diese wurden nun am Mittwoch, beim letzten Teil der Schulung, vorgestellt und besprochen. Der zweite Teil war der Praxisteil mit den Messungen und der dritte Teil die Vertiefung des Erlernten sowie die Präsentation der Ergebnisse. Ziel der Schulung ist, dass die Spielerinnen ihre Erkenntnisse nicht nur im Verein, sondern auch Zuhause und in der Schule umsetzen und weitertragen denn: „Klimaschutz geht uns alle an, ganz besonders die Jugend“, so Göppel.

Im Bild (oben von links): Walter Göppel, Geschäftsführer der Energieagentur Ravensburg, die Trainer Harald Beyrle und Roland Ruoff sowie die Junior-Klimaschutzmanagerinnen des FV Bad Waldsee. Foto: bg

Juniorklimaschutzmanagerinnen im Sportverein

„Ja, wir möchten Energie sparen und unsere Umwelt nachhaltig schützen“, da sind sich die Fußballmädchen des FV Bad Waldsee einig. Vergangenen Mittwoch haben 15 Spielerinnen der Mannschaften A, B und C an der Schulung zum Junior-Energieschutzmanager im Sportverein teilgenommen, und das freiwillig.

Der Andrang war sogar so groß, dass in diesem wohl bundesweit bisher einmaligen Projekt aus Platzgründen nicht alle Mädchen berücksichtigt werden konnten. Die Schulung nahm die Energieagentur Ravensburg in den Räumen des FV-Vereinsheims vor.
Die Schulung zum Junior-Energieschutzmanager besteht aus drei Teilen. Im ersten Teil wurden die Themen Klimawandel, Energieversorgung/Energieverbrauch und erneuerbare Energien behandelt. Im zweiten Teil wurde genauer auf Energieverschwender, das richtige Heizen und Lüften sowie auf die Beleuchtung eingegangen. So lernten die Schülerinnen nicht nur, wie sie nach dem Duschen im Vereinsheim richtig lüften, damit Schimmel vermieden werden kann, sondern auch, wie man das zuhause richtig macht und somit Heizkosten sparen kann.
Auch der Unterschied von Glühlampen, Energiesparlampen und LED-Lampen wurde anhand eines praktischen Beispiels gezeigt. „Glühbirnen tragen meiner Meinung nach den falschen Namen, diese müssten eigentlich Heizlampen heißen, denn sie erzeugen 95 Prozent Wärme und nur fünf Prozent Licht. Bei LED-Lampen können, gegenüber Glühlampen, über 70 Prozent Strom gespart werden. Aber bitte achtet beim Kauf auf die Lumen-Zahl, also die Lichtleistung“, erklärte Walter Göppel, Geschäftsführer der Energieagentur.
Er wollte von den jungen Fußballerinnen auch wissen, wie denn die korrekte Temperatureinstellung für den Kühlschrank sei. Auch hier punkteten einige Mädchen mit ihrem Wissen, denn die geschätzten sieben Grad waren ein Volltreffer. Joachim Alber, ebenfalls von der Energieagentur, ging zudem auf den Standby-Verbrauch genauer ein. „Was bedeutet denn überhaupt Standby?“, wolle er wissen. Da mussten die Fußballerinnen nicht lange überlegen, denn der große Bildschirm an der Wand des Vereinsheims leuchtet unten rechts mit einem kleinen roten Licht. Standby, das sind elektrische Geräte, die zwar nicht in Betrieb, aber dennoch nicht komplett abgeschaltet sind. „Dies verursacht in einem üblichen Haushalt im Jahr Stromkosten in Höhe von rund 130 Euro. Auf ganz Deutschland betrachtet entstehen Kosten von vier Milliarden Euro und zudem werden damit acht Millionen Tonnen Kohlendioxid sinnlos in die Atmosphäre geschickt“, erklärte Joachim Alber. Würden alle Standby- Verbraucher abgeschaltet, so könne auf die Leistung zweier mittlerer Atomkraftwerke verzichtet werden.
Damit zeigte er auch, wie wichtig es ist, mit Energie bewusst und sparsam umzugehen.

Stromräuber aufspüren
In einem weiteren Teil des Lehrgangs sollten die Stromräuber im FV-Vereinsheim und dem Sportgelände aufgespürt werden. Energieräuber in Sportvereinen können zum Beispiel Getränkeautomaten, Duschköpfe, tropfende Wasserhähne, Warmwasserboiler, Flutlichtanlagen, oder falsch eingestellte Pumpen sein. „Das war schon interessant, was wir hier heute gehört haben. Ich fange gleich in meinem Zimmer an, Stromräuber aufzuspüren“, sagte die 16-jährige Laura Grünacher. Künftig wolle sie viel stärker darauf achten, Strom und Wärme einzusparen.
Auch ihre Spielerkameradin Romina Blaser, ebenfalls 16 Jahre jung, zeigte sich begeistert vom eben Gelernten. Schon bisher habe sie drauf geachtet, Energie nicht einfach zu verschwenden. Doch nach dieser Schulung könne sie noch viel besser darauf achten. Auch sei ihr nicht bewusst gewesen, wie viel Geld eingespart werden kann. Damit sich alle Spielerinnen zuhause schon mal auf Stromräuber- Suche machen können, bekamen sie als Rezept gegen den „Stromklau“ Strommessgeräte sowie die Aufgabe, alles, was einen Stecker hat, zu messen. Wichtig ist dabei auch, Geräte zu kontrollieren, die eigentlich abgeschaltet sind und der Stecker in der Steckdose gelassen wird, wie zum Beispiel meist bei Waschmaschine und Trockner. Zahlreiche dieser Geräte „rauben“ sogar im ausgeschalteten Zustand Strom, und das nicht unerheblich. Hier hilft dann nur, den Stecker zu ziehen oder eine abschaltbare Steckdosenleiste dazwischen zu schalten (wegen des hohen Strombedarfs im Betrieb sollte für jedes Gerät eine separate Leiste eingesetzt werden).

Pilotprojekt des Landes
Das Projekt „Energiemanager in Sportvereinen“ ist ein Pilotprojekt des Landes Baden-Württemberg für den Landkreis Ravensburg. Dieses Projekt auf die Jugend im Sportverein auszuweiten, ist bisher ein erstmaliger Modellversuch für Bad Waldsee. Die Idee dazu entstand während der Energieexkursion des Energieteams der Stadt Bad Waldsee, dem der Fußballtrainer Harald Beyrle angehört und an der auch der Geschäftsführer der Energieagentur Ravensburg, Walter Göppel, teilgenommen hat. Beide waren sich einig, dass Energie- und Klimaschutz besonders wichtig für Jugendliche ist. Beide hoffen, dass dieses Projekt Schule macht.

Text und Bild: Brigitte Göppel / Stadt Bad Waldsee

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