Project Description

Stadt und Rehakliniken schulen ihre Azubis zu Juniorklimaschutzmanagern

Energie, die nicht gebraucht wird, muss auch nicht erzeugt werden.

Deshalb ist Energieeffizienz ein wichtiger Beitrag zur Energiewende. Und aus diesem Grund lässt die Stadt Bad Waldsee derzeit alle Auszubildenden der Stadtverwaltung sowie der Städtischen Rehakliniken zu Junior-Klimaschutzmanagern ausbilden.

Diese Zusatzausbildung, die den jungen Erwachsenen zeigen soll, wo und wie sie bei der Arbeit, aber auch Zuhause, sinnvoll Energie einsparen und somit aktiv Klimaschutz betreiben können, wird in zwei Blöcken von der unabhängigen Energieagentur Ravensburg gGmbH durchgeführt. Der Auftakt war vergangenen Freitag in den Städtischen Rehakliniken. Zu Beginn stand Theorie auf dem Stundenplan. Zuvor hatte Bürgermeister Roland Weinschenk die Nachwuchskräfte der Stadt begrüßt und betont, wie wichtig es der Verwaltung sei, dass die Jugendlichen an dieses Thema so intensiv herangeführt werden. „Sie profieren für ihren Beruf und Sie profitieren für sich selber“, sagte Weinschenk. Weiter bedankte er sich für den Einsatz der Auszubildenden beim jährlichen Energie- und Mobilitätstag. Er freue sich schon heute darauf, was sie in diesem Jahr auf die Beine stellen werden.

Auch der Geschäftsführer der Energieagentur Ravensburg, Walter Göppel, hieß die Auszubildenden herzlich willkommen und führte ins Thema ein.

Energie würde immer und überall gebraucht. Allein in Bad Waldsee liege der Verbrauch in der Stadt und den Ortschaften bei 442 Millionen Kilowattstunden. Das seien, wenn man es auf Heizöl übertrage, 442 Millionen Liter. Bei dieser immensen Zahl ging ein lautes Raunen durch den Schulungsraum. 53,9 Prozent davon entfielen auf private Haushalte, öffentliche Einrichtungen und das Gewerbe; 37,6 Prozent gingen auf das Konto des Verkehrs und 8,5 Prozent davon verbrauche die Industrie.

Weiter erläuterte Göppel den European-Energy-Award, den europaweiten

Energie- und Klimaschutzwettbewerb unter Kommunen. Bad Waldsee dürfe sich seit dem Jahr 2014 über den European-Energy-Award in Gold freuen.

Dafür betreibe die Stadt auch weiterhin große Anstrengungen in Sachen Energie und Klimaschutz, so Göppel. Weiter informierte er seine Zuhörer über das Quartierskonzept der Stadt Bad Waldsee, die Stadtentwicklung in diesem Bereich, die Umrüstung der Straßenbeleuchtung in Stadt und Ortschaften auf LED-Technik, schulübergreifende Projekte, die Kooperationen mit der Wirtschaft, den jährlichen Energietag und vieles mehr. Die weitere Schulung übernahm Thomas Bainder von der Energieagentur. Er informierte zum Klimawandel, über fossile und erneuerbare Energieerzeugung einschließlich Chancen und Risiken, über richtiges Lüften und Heizen, über effiziente Elektrogeräte sowie LED-Beleuchtung.

Damit sich alle Auszubildenden zuhause und an ihrem Arbeitsplatz schon mal auf Stromräuber-Suche machen können, bekamen sie als Rezept gegen den „Stromklau“ Strommessgeräte sowie die Aufgabe, alles, was einen Stecker hat, zu messen. Wichtig ist dabei auch, Geräte zu kontrollieren, die eigentlich abgeschaltet sind und bei denen der Stecker in der Steckdose gelassen wird, wie zum Beispiel meist Waschmaschine und Trockner. Zahlreiche dieser Geräte „rauben“ sogar im ausgeschalteten Zustand Strom, und das nicht unerheblich. Hier hilft nur, den Stecker zu ziehen oder eine abschaltbare Steckdosenleiste dazwischen zu schalten (wegen des hohen Strombedarfs im Betrieb sollte für jedes Gerät eine separate Leiste eingesetzt werden). Zur Unterstützung bekamen die Auszubildenden zudem Checklisten zum Überprüfen der Heizung, der Stromanwendungen sowie für den Wasser- und Abwasserbereich. Eine weitere Aufgabe war zum Abschluss die Ausarbeitung der Ergebnisse. Diese Ergebnisse sollen im zweiten Schulungsteil von den Auszubildenden präsentiert werden. Im Nachgang werden die Ergebnisse auch im Rathaus, den Städtischen Rehakliniken sowie beim Energietag am Samstag, 28. April, präsentiert.

Nach dem theoretischen Teil ging es mit dem Technischen Leiter der Rehakliniken, Klaus Schwarzkopf, auf Exkursion ins Heizwerk der Rehakliniken (siehe Foto). Anschließend wurde die Technik unter der Therme besichtigt.

Text/Foto: Brigitte Göppel

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