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Fußball-Juniorinnen als Klimaschutzmanager ausgezeichnet

20.02.2014

BAD WALDSEE (bg) - Die allerersten Junior-Klimaschutzmanagerinnen in Sportvereinen, die FV-Fußballmädchen, sind am Mittwoch in ihrem Vereinsheim mit einer Urkunde ausgezeichnet worden.

„Ihr seid die ersten Junior- Klimaschutzmanagerinnen in Baden Württemberg, und darauf könnt ihr stolz sein“, lobte der Geschäftsführer der Energieagentur Ravensburg, Walter Göppel, die 15 Spielerinnen der Mannschaften A, B und C, die an der dreiteiligen Schulung zum Junior-Energieschutzmanager im Sportverein freiwillig teilgenommen haben.

Stromschlucker aufgespürt

Am Mittwoch präsentierten die Spielerinnen die Ergebnisse ihrer Hausaufgaben, dem praktischen Teil der Schulung. Dabei hatten sie zur Aufgabe bekommen, zuhause sowie im Vereinsheim alle Gerätschaften, die einen Stecker haben, mit einem Strommessgerät durchzuchecken und die Ergebnisse auf den Arbeitsblättern zu notieren. Untersucht wurden dabei die Leerlaufleistung in Kilowatt (kW), die durchschnittliche Leerlaufzeit am Tag, die durchschnittliche Leerlaufleistung im Jahr, der Energieverbrauch pro Jahr sowie die CO2-Belastung pro Jahr in Kilogramm – und das für jedes einzelne Gerät.

„Im Vereinsheim haben wir die Ballpumpe, das Telefon, den Bildschirm und den PC, die beiden TV-Geräte, den Empfänger und die Spielekonsole gemessen. Heraus kam dabei, dass diese Geräte durch Abschalten des Standby-Betriebs und einer Benutzeränderung Kosten in Höhe von rund 900 Euro einsparen können, erklärte Larissa Städele und fügte an: „Das ist richtig viel Geld für unseren Verein.“ Weiter wurden die Lampen der Flutlichtanlage getestet. Insgesamt sorgen hier zehn Masten mit jeweils 2200 Watt dafür, dass auch in der dunklen Jahreszeit sowie am Abend trainiert und Spiele ausgetragen werden können. „Eine Trainingseinheit mit 1,5 Stunden kostet uns fast neun Euro für das Flutlicht“, erklärte Trainer Harald Beyrle. Hier würden sich seiner Meinung nach LED-Lampen rechnen, denn diese würden nur etwa 10 bis 15 Prozent der bis jetzt benötigten Strommenge benötigen, ein helleres Licht produzieren und zudem etwa fünf Mal so lange halten wie die herkömmlichen. Diesem Thema werde er sich nun besonders widmen, um eine stromsparende Lösung zu finden. Walter Göppel konnte ihm nur beipflichten.

Die Energieagentur wird nun weitere Messungen vornehmen und Vorschläge ausarbeiten, falls dies gewünscht ist. Aber auch bei den Spielerinnen zuhause wurden die „Stromräuber“ enttarnt. Hier stellte Kerstin Halder ihre Ergebnisse vor. „Meine Familie und ich waren völlig überrascht, wie viele Geräte im Standby-Verbrauch angeschalten sind, die am Tag teilweise nur ein oder zwei Stunden gebraucht werden. Hier können wir locker im Jahr über 70 Euro sparen. Wir werden künftig alle bewusster mit Energie umgehen und auch unsere stillen Verbraucher konsequent abschalten“, verkündete Kerstin Halder.„Ich bin völlig begeistert, wie eifrig und sorgfältig ihr mitgemacht habt und den Stromfressern auf den Leib gerückt seid“, sagte Walter Göppel.

Schulung in drei Teilen

Die Schulung zum Junior- Energiemanager in Sportvereine beinhaltet drei Teile. Der erste Teil fand Ende November statt. Dabei wurden folgende Themen genauer beleuchtet: Klimawandel, Energieversorgung/Energieverbrauch und erneuerbare Energien. Diese wurden nun am Mittwoch, beim letzten Teil der Schulung, vorgestellt und besprochen. Der zweite Teil war der Praxisteil mit den Messungen und der dritte Teil die Vertiefung des Erlernten sowie die Präsentation der Ergebnisse. Ziel der Schulung ist, dass die Spielerinnen ihre Erkenntnisse nicht nur im Verein, sondern auch Zuhause und in der Schule umsetzen und weitertragen denn: „Klimaschutz geht uns alle an, ganz besonders die Jugend“, so Göppel.

Im Bild (oben von links): Walter Göppel, Geschäftsführer der Energieagentur Ravensburg, die Trainer Harald Beyrle und Roland Ruoff sowie die Junior-Klimaschutzmanagerinnen des FV Bad Waldsee. Foto: bg

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