Im Bild erhält Klaus Tappeser von Matthias Henne ein Präsent zur Erinnerung und zum Dank für den Besuch.
Text/Foto: B. Göppel

Intensiver Austausch über Bad Waldseer Zukunftsthemen

Auf Einladung der Stadtverwaltung hat der Regierungspräsident des Regierungsbezirks Tübingen, Klaus Tappeser, in der vergangenen Woche der Stadt Bad Waldsee einen Besuch abgestattet. Er kam im Rathaus mit Bürgermeister Matthias Henne, der Ersten Beigeordneten Monika Ludy, Jürgen Bucher vom Fachbereich Bau sowie dem Bundestagsabgeordneten Axel Müller zu einem intensiven Gespräch zusammen.

Zu Beginn stellte Monika Ludy das Zukunftsthema „Große Kreisstadt“ vor.

Bad Waldsee habe die Einwohnerzahl von 20.000 seit mehr als vier Jahren deutlich überschritten und erfülle somit die Voraussetzungen. „Wir haben die Power und auch den Willen, Große Kreisstadt zu werden“, unterstrich sie eindrücklich. Als Termin dafür sei der 1. Januar 2022 vorgesehen.

Für die Stadt Bad Waldsee bedeute dies einen wichtigen Meilenstein in der Stadtgeschichte, man verspreche sich zudem einen Imagegewinn und ein stärkeres politisches Gewicht. An ihrer bisherigen Arbeitsstätte, dem Landratsamt Biberach, habe sie die Stadt Laupheim auf diesem Weg begleitet und könne daher diese Erfahrungen auch in Bad Waldsee einbringen. Intern hätten der Bürgermeister und sie bereits erste vorbereitende Maßnahmen getroffen und die Talente den Aufgabenbereichen angepasst, erklärte sie. Die Pläne, Große Kreisstadt zu werden, würden demnächst auch im Gemeinderat diskutiert und beraten. „Ich hoffe sehr, dass wir dafür einen einstimmigen Beschluss bekommen. Das wäre ein schönes Zeichen“, meinte auch Bürgermeister Matthias Henne. An den Regierungspräsidenten gewandt sagte Monika Ludy: „Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Pläne zur Großen Kreisstadt unterstützen würden.“ Klaus Tappeser gab zur Vorgehensweise mehrere Tipps und erklärte, dass er sich freuen würde, wenn Bad Waldsee als erste der fünf historischen „Donaustädte“ eine Große Kreisstadt werde.

Anschließend tauschte man sich über die vordringlichsten Straßenverkehrsthemen der Stadt aus. Konkret angesprochen wurden die Belastungssituation im Bereich Gaisbeuren-Enzisreute, die geplanten Anschlüsse der L 300 und der L 316 an die B 30, die anstehende Erneuerung des Urbach-Viadukts, die Anbindung des geplanten Gewerbegebiets Gaisbeuren 2 an die B 30 sowie die Problematik der L 285 in Reute und Gaisbeuren. Klaus Tappeser erklärte, dass sich am Terminplan für die Planung der Ortsentlastungen für Gaisbeuren und Enzisreute seitens des Regierungspräsidiums nichts geändert habe und diese im zweiten Halbjahr 2022 beginnen solle.

Jürgen Bucher informierte anschließend über die Dringlichkeit der Anschlüsse der L 300 und der L 316 an die B 30, um den innerstädtischen Verkehr, der teilweise an der Belastungsgrenze sei, zu reduzieren.

Hierdurch ließe sich der Verkehr in der Stadt verträglicher abwickeln.

Es böten sich Chancen für Fußgänger- und Radverkehr. Aus dem derzeitigen Verkehr resultierende Belastungen für die Stadt könnten reduziert werden. Klaus Tappeser erklärte, dass die technischen Pläne seitens des Regierungspräsidiums seit dem Jahr 2007 vorlägen, die Realisierung aber aus verschiedenen Gründen noch nicht möglich gewesen sei. In der anschließenden Diskussion wurde nach Lösungen gesucht. Klar sei, dass vor einer Realisierung ein Rechtsverfahren durchgeführt werden müsse.

Nach aktuellem Diskussionsstand wird ein Planfeststellungsverfahren erforderlich. „Wir müssen in der Sache weiter kommen“, erklärte Bürgermeister Matthias Henne. Hierzu werden, soweit waren sich die Beteiligten einig, weitere intensive Abstimmungen erforderlich.

Schließlich wurde die Thematik um die hohe Verkehrsbelastung der Ortsdurchfahrten Reute und Gaisbeuren auf der L 285 angesprochen.

Einigkeit bestand darin, dass die Fortschreibung des Lärmaktionsplans eventuell ein Ansatz für Verbesserungen sein könnte. Darüber hinaus sollen weitere zeitnah realisierbare Verbesserungsmaßnahmen überprüft und umgesetzt werden.

Die Vertreter der Stadt lobten zudem die Zusammenarbeit mit dem Regierungspräsidium im Zusammenhang mit der Förderung und Finanzierung verschiedener Radverkehrsprojekte.

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