Von der Geburt eines Kindes bis zu dessen Einschulung und eventuell noch darüber hinaus soll das Bundesprogramm „Kita-Einstieg: Brücken bauen in frühe Bildung“ Familien bei der Förderung ihrer Kinder unterstützen.

Ziel des Programms ist es, die Entwicklungschancen von Kindern frühzeitig und nachhaltig zu verbessern. Auch die Stadt Bad Waldsee hat sich an diesem Programm beteiligt, seit Dezember 2017 hat diese Aufgabe die 42-jährige erfahrene Heilpädagogin Liv Rösler übernommen, die selbst Mutter einer fünfjährigen Tochter ist.

Nach etwas mehr als eineinhalb Jahren kann sie bereits viele positive Rückmeldungen vorweisen. Besonders von Kindertageseinrichtungen wird die Fachkraft zur Unterstützung und Beratung bei verschiedenen Themen um Rat und Hilfe gebeten. Aber auch Eltern können sich ab der Geburt ihres Kinders direkt an die Heilpädagogin wenden – zum Beispiel wenn es darum geht, wie man als Eltern sein Kind in dessen Entwicklung fördern kann oder auch wenn man sich nicht sicher ist, ob sich das Kind richtig und zeitgemäß entwickelt.

Bei ihrer Arbeit mit dem Kind legt Liv Rösler den Schwerpunkt auch auf dialogisches Handpuppenspiel. Handpuppen besitzt sie deshalb gleich einen ganzen großen Koffer voll – von der hübschen Prinzessin über den frechen Affen und den listigen Fuchs bis hin zum bösen Wolf. Wird sie um Unterstützung angefragt, dann beschäftigt sie sich intensiv mit dem Kind und gibt anschließend ihre Empfehlung ab, zum Beispiel ob ein Besuch bei einem Logopäden oder sonstigen Therapeuten empfehlenswert ist oder welche weiteren frühen Hilfen es gibt. Denn eines ist besonders wichtig: Je früher ein Kind gefördert und unterstützt wird, umso besser ist es, sagt die Fachfrau.

Eltern die sich nicht sicher sind, ob sich ihr Kind richtig entwickelt oder sie anderweitige Auffälligkeiten feststellen, können sich unverbindlich an Liv Rösler wenden und einen Termin vereinbaren. Das gilt auch für Erzieher in Kitas oder Kindergärten. Diese seien für das Angebot sehr dankbar und arbeiteten gerne mit ihr zusammen. Denn der Blick von außen sei sehr wichtig. Auch bei den Kindertageseinrichtungen werden die Eltern so früh wie möglich miteinbezogen. Wichtig in ihrer Arbeit sei es nämlich auch, die Eltern zu stärken, ihre Kinder zu fördern.

Im Landkreis Ravensburg wurde eine Netzwerk- und Koordinierungsstelle mit Sitz im Landratsamt Ravensburg geschaffen. Diese steuert und vernetzt die vier pädagogischen Fachkräfte an den Standorten Wangen, Isny, Bad Waldsee und Ravensburg. Liv Rösler ist für Bad Waldsee bei der Stadt im Fachbereich Schulen, Bildung und Betreuung mit einem Stellenumfang von 50 Prozent beschäftigt. Diese Stelle wird bis Ende 2020 vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend voll finanziert.

Text/Foto: Brigitte Göppel

Neues Angebot ab 18. September

Ein weiteres Angebot für Familien hat die Stadt Bad Waldsee zusätzlich zu den Familienbesuchen, die seit letztem Jahr angeboten werden, geschaffen – das „Offene Eltern-Kind-Café U3“. Es findet ab 18. September immer mittwochs von 9.30 bis 11.30 Uhr im Schloss statt, ist kostenlos und kann ohne Voranmeldung besucht werden. Im Fokus steht die Begegnung, der Austausch und die Information rund um die Familie.

Die Eltern können sich kennenlernen und ins Gespräch kommen, Aktionen planen, umsetzen und sich gegenseitig unterstützen. Es ist ein Angebot, sich in netter Runde und in einem ansprechenden Ambiente bei einer Tasse Kaffee oder Tee zu treffen. In regelmäßigen Abständen wird es auch Themenangebote mit interessanten Referenten geben. Weitere Infos gibt es bei der Stadtverwaltung, Johanna Hess, Tel. 94-1379. (bg)

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